Wirtschaftsinformatik vs BWL: Unterschiede erklärt

Autor:Lisa
Entdecke die wichtigsten Unterschiede zwischen Wirtschaftsinformatik und BWL und finde heraus, welches Studium besser zu deinen Zielen passt.
Wirtschaftsinformatik vs BWL: Unterschiede erklärt

Das Wichtigste in Kürze

  • BWL fokussiert sich auf klassische Managementaufgaben in Bereichen wie Marketing, Controlling und Personalwesen, während Wirtschaftsinformatik eine interdisziplinäre Verbindung zwischen Betriebswirtschaft und Informatik mit Schwerpunkt auf digitalen Transformationsprozessen darstellt.
  • Die Studieninhalte unterscheiden sich deutlich: BWL-Studiengänge bestehen zu etwa 70% aus betriebswirtschaftlichen Themen, während Wirtschaftsinformatik eine Balance zwischen Wirtschaft (40%) und Technik (35%) bietet, was zu unterschiedlichen Karrierewegen führt.
  • Wirtschaftsinformatiker erzielen durchschnittlich höhere Einstiegsgehälter (50.000-65.000 €) als BWL-Absolventen (45.000-55.000 €) und sind besonders in der wachsenden digitalen Wirtschaft gefragt, während BWL-Absolventen in nahezu allen Branchen flexible Einsatzmöglichkeiten finden.

Denkst du über dein Studium nach und fragst dich, welcher Weg der richtige für deine berufliche Zukunft ist? Die Wahl zwischen verschiedenen Studiengängen im wirtschaftlichen Bereich kann entscheidend sein für deinen späteren Karriereweg. Besonders bei ähnlich klingenden Fächern wie Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik ist die Unterscheidung nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Was genau unterscheidet diese beiden Disziplinen voneinander? Welche Schwerpunkte setzen sie und welche Berufsperspektiven eröffnen sie dir? Und vor allem: Welcher Studiengang passt besser zu deinen Interessen und Zielen?

Mehr Übungen und Lernkarten findest du hier: https://www.wiwi-lernkarten.de/kurse

Was versteht man unter Betriebswirtschaftslehre (BWL)?

Die Betriebswirtschaftslehre bildet das Fundament für das Verständnis unternehmerischer Prozesse und Entscheidungen. Als klassische Managementdisziplin beschäftigt sich BWL mit der optimalen Führung und Organisation von Unternehmen in all ihren Facetten.

Merke: BWL ist die Wissenschaft von der Leitung, Organisation und dem Management von Unternehmen. Sie analysiert, wie Betriebe ihre Ressourcen optimal einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Kernbereiche der Betriebswirtschaftslehre

Die BWL gliedert sich in verschiedene Funktionsbereiche, die alle Aspekte des Unternehmens abdecken:

  • Marketing und Vertrieb: Marktanalyse, Produktentwicklung, Kundenbeziehungsmanagement
  • Controlling und Rechnungswesen: Kostenrechnung, Budgetplanung, Unternehmenssteuerung
  • Personalwesen: Mitarbeiterführung, Personalentwicklung, Arbeitsrecht
  • Finanzierung: Kapitalbeschaffung, Investitionsentscheidungen, Risikomanagement
  • Produktion und Logistik: Produktionsplanung, Supply Chain Management
  • Unternehmensführung: Strategieentwicklung, Change Management, Corporate Governance

Laut dem Statistischen Bundesamt ist BWL mit über 230.000 Studierenden einer der beliebtesten Studiengänge in Deutschland.

Prüfungstipp: In BWL-Klausuren wird häufig die Vernetzung verschiedener Unternehmensbereiche abgefragt. Achte darauf, nicht isoliert zu denken, sondern Zusammenhänge zwischen Marketing, Controlling und Personalwesen zu erkennen.

Was macht die Wirtschaftsinformatik besonders?

Die Wirtschaftsinformatik positioniert sich als interdisziplinäre Wissenschaft an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und Informatik. Sie verbindet betriebswirtschaftliches Know-how mit technischer Expertise und fokussiert sich auf die digitale Transformation von Unternehmen.

Merke: Wirtschaftsinformatik befasst sich mit der Analyse, Gestaltung und Optimierung von Informationssystemen in Unternehmen. Sie verbindet wirtschaftliche Fragestellungen mit technischen Lösungsansätzen.

Schwerpunkte der Wirtschaftsinformatik

Die Wirtschaftsinformatik deckt folgende Themenbereiche ab:

  • Informationssysteme: ERP-Systeme, CRM-Software, Business Intelligence
  • Digitale Geschäftsprozesse: Prozessmodellierung, Workflow-Management, Automatisierung
  • IT-Management: IT-Strategie, Projektmanagement, IT-Governance
  • E-Business: Online-Handel, digitale Plattformen, Mobile Commerce
  • Data Science: Big Data Analytics, Machine Learning, Datenmanagement
  • Softwareentwicklung: Programmierung, Systemarchitektur, Qualitätssicherung
  • IT-Sicherheit: Cybersecurity, Datenschutz, Compliance

Praxisbeispiel: Ein Wirtschaftsinformatiker analysiert die Geschäftsprozesse eines Einzelhandelsunternehmens und entwickelt ein neues Warenwirtschaftssystem. Dabei berücksichtigt er sowohl die betriebswirtschaftlichen Anforderungen (Kostenoptimierung, Kundenservice) als auch die technischen Möglichkeiten (Datenbank-Design, Benutzeroberfläche).

Wie unterscheiden sich die Studieninhalte konkret?

Die Unterschiede zwischen BWL und Wirtschaftsinformatik werden besonders deutlich, wenn man die jeweiligen Curricula betrachtet. Während beide Studiengänge betriebswirtschaftliche Grundlagen vermitteln, setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte.

BWL-Studium: Fokus auf Management und Betriebsführung

StudienbereichAnteilTypische Module
Betriebswirtschaft70%Marketing, Controlling, Personalwesen, Finanzierung
Volkswirtschaft15%Mikro-/Makroökonomie, Wirtschaftspolitik
Recht10%Handels- und Gesellschaftsrecht
Methoden5%Statistik, Operations Research

Wirtschaftsinformatik-Studium: Balance zwischen Wirtschaft und Technik

StudienbereichAnteilTypische Module
Betriebswirtschaft40%Grundlagen BWL, Prozessmanagement
Informatik35%Programmierung, Datenbanken, Systemarchitektur
Wirtschaftsinformatik20%IT-Management, Business Intelligence, E-Business
Methoden5%Statistik, Projektmanagement

Prüfungstipp: Wirtschaftsinformatik-Studierende müssen sowohl betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen als auch technische Konzepte beherrschen. In Klausuren werden häufig Fallstudien verwendet, die beide Bereiche verknüpfen.

Welche Karrierechancen bieten die beiden Studiengänge?

Die Berufsperspektiven unterscheiden sich deutlich zwischen den beiden Studiengängen, auch wenn es durchaus Überschneidungen gibt.

Typische BWL-Karrierewege

BWL-Absolventen finden sich in praktisch allen Branchen und Unternehmensbereichen wieder:

  • Unternehmensberatung: Strategy& (PwC), McKinsey, Boston Consulting Group
  • Finanzwesen: Banken, Versicherungen, Investment-Gesellschaften
  • Marketing und Vertrieb: Produktmanagement, Account Management, Brand Management
  • Controlling: Konzerncontrolling, Business Partnering, Financial Planning
  • Personalwesen: HR Business Partner, Talent Management, Organisationsentwicklung

Nach Angaben von StepStone liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt für BWL-Absolventen bei etwa 45.000 bis 55.000 Euro brutto pro Jahr.

Wirtschaftsinformatik-Berufsfelder

Wirtschaftsinformatiker sind besonders in der digitalen Wirtschaft gefragt:

  • IT-Beratung: Digitalisierungsberatung, ERP-Implementierung, Process Mining
  • Projektmanagement: IT-Projekte, Digitale Transformation, Agile Methoden
  • Business Analysis: Requirements Engineering, Prozessoptimierung
  • Product Management: Digitale Produkte, Software-as-a-Service, Plattformen
  • Data Science: Business Intelligence, Analytics, Machine Learning
  • IT-Management: CTO, IT-Leitung, Chief Digital Officer

Praxisbeispiel: Ein Wirtschaftsinformatiker arbeitet als Business Analyst bei einem Fintech-Startup. Er analysiert die Anforderungen für eine neue Banking-App, erstellt Prozessmodelle und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen dem Entwicklungsteam und den Fachabteilungen.

Das Einstiegsgehalt in der Wirtschaftsinformatik liegt laut Gehalt.de oft höher als in der klassischen BWL, mit durchschnittlich 50.000 bis 65.000 Euro brutto jährlich.

Welche Fähigkeiten benötigst du für welchen Studiengang?

Die Anforderungen an Studierende unterscheiden sich erheblich zwischen den beiden Disziplinen.

BWL: Analytisches Denken trifft auf Kommunikationsstärke

Für ein erfolgreiches BWL-Studium solltest du mitbringen:

  • Analytische Fähigkeiten: Komplexe Zusammenhänge durchdringen
  • Kommunikationsstärke: Präsentationen, Verhandlungen, Teamarbeit
  • Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen: Märkte, Unternehmen, Strategien
  • Zahlenaffinität: Statistik, Kostenrechnung, Finanzanalyse
  • Organisationstalent: Projektarbeit, Zeitmanagement

Wirtschaftsinformatik: Technikbegeisterung meets Business-Verständnis

Für die Wirtschaftsinformatik benötigst du:

  • Technisches Verständnis: Freude an IT-Systemen und Programmierung
  • Logisches Denken: Algorithmen, Systemarchitekturen, Datenstrukturen
  • Interdisziplinäre Denkweise: Verbindung von Technik und Wirtschaft
  • Problemlösungskompetenz: Komplexe IT-Projekte strukturieren
  • Kontinuierliche Lernbereitschaft: Schnelle technologische Entwicklungen

Mehr vertiefende Übungen zu beiden Studiengängen findest du in unseren Lernkarten: https://www.wiwi-lernkarten.de/kurse

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für beide Bereiche?

Die Digitalisierung verändert die Nachfrage nach Fachkräften in beiden Bereichen erheblich. Laut einer Studie der OECD werden bis 2030 etwa 60% aller Arbeitsplätze von der Digitalisierung betroffen sein.

BWL im digitalen Wandel

Auch klassische BWL-Rollen müssen sich anpassen:

  • Marketing wird zunehmend datengetrieben (Marketing Analytics)
  • Controlling nutzt verstärkt Business Intelligence Tools
  • HR setzt auf People Analytics und digitale Recruiting-Plattformen

Wirtschaftsinformatik als Wachstumsfeld

Die Nachfrage nach Wirtschaftsinformatikern steigt kontinuierlich:

  • Digitale Transformation in allen Branchen
  • Bedarf an Data Scientists und Business Analysts
  • Wachsender E-Commerce und Plattform-Ökonomie

Praxisbeispiel: Ein traditioneller Automobilhersteller sucht Wirtschaftsinformatiker für die Entwicklung von Connected Car Services. Diese müssen sowohl die Automotive-Branche verstehen als auch IoT-Technologien beherrschen.

Welcher Studiengang passt zu dir?

Die Entscheidung zwischen BWL und Wirtschaftsinformatik hängt von deinen persönlichen Interessen und Karrierezielen ab.

Wähle BWL, wenn du:

  • Dich für klassische Managementaufgaben interessierst
  • Gerne mit Menschen arbeitest und kommunizierst
  • Strategische Entscheidungen treffen möchtest
  • In verschiedenen Branchen flexibel einsetzbar sein willst
  • Führungspositionen anstrebst

Wähle Wirtschaftsinformatik, wenn du:

  • Technik und Wirtschaft gleichermaßen faszinierend findest
  • Digitale Innovationen vorantreiben möchtest
  • Komplexe IT-Projekte reizen
  • In der wachsenden Digital Economy arbeiten willst
  • Überdurchschnittliche Gehaltsaussichten wichtig sind

Prüfungstipp: Beide Studiengänge erfordern mathematische Grundkenntnisse. In der Wirtschaftsinformatik sind diese jedoch stärker technisch ausgerichtet (Algorithmen, Datenstrukturen), während BWL mehr auf Statistik und Wirtschaftsmathematik setzt.

Die Grenzen zwischen beiden Disziplinen verschwimmen zunehmend, da die Digitalisierung alle Unternehmensbereiche durchdringt. Unabhängig von deiner Wahl solltest du bereit sein, dich kontinuierlich weiterzubilden und neue Technologien zu erlernen. Beide Studiengänge bieten exzellente Karrierechancen, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Die richtige Entscheidung hängt letztendlich davon ab, ob du dich eher als klassischer Manager oder als digitaler Innovator siehst. Wichtig ist, dass du deine Wahl bewusst triffst und schon während des Studiums praktische Erfahrungen sammelst – egal ob durch Praktika, Werkstudententätigkeiten oder eigene Projekte.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich nach einem BWL-Studium in der IT arbeiten? Ja, viele IT-Unternehmen suchen BWL-Absolventen für Business Development, Produktmanagement oder Consulting-Rollen. Allerdings solltest du dir zusätzliche IT-Kenntnisse aneignen, beispielsweise durch Weiterbildungen oder Zertifizierungen.

Ist Wirtschaftsinformatik schwerer als BWL? Wirtschaftsinformatik gilt als anspruchsvoller, da sowohl betriebswirtschaftliche als auch technische Inhalte beherrscht werden müssen. Die Abbrecherquote ist höher, dafür sind die Berufsaussichten oft besser. Die Schwierigkeit hängt stark von deinen Vorerfahrungen ab.

Welcher Studiengang hat bessere Gehaltsaussichten? Wirtschaftsinformatiker verdienen im Durchschnitt mehr als BWL-Absolventen. Das Einstiegsgehalt liegt etwa 10-15% höher. Langfristig hängt das Gehalt jedoch stark von der Position und Branche ab.

Kann ich von BWL zur Wirtschaftsinformatik wechseln? Ein Wechsel ist möglich, aber du musst technische Grundlagen nachholen. Viele Universitäten bieten Brückenkurse an. Alternativ kannst du einen Wirtschaftsinformatik-Master nach dem BWL-Bachelor absolvieren.

Benötige ich Programmierkenntnisse für Wirtschaftsinformatik? Grundlegende Programmierkenntnisse sind erforderlich, aber du musst kein Programmierer werden. Der Fokus liegt auf dem Verständnis von IT-Systemen und deren betriebswirtschaftlicher Anwendung. Meist werden die nötigen Kenntnisse im Studium vermittelt.

Letzte Aktualisierung:

📤 Artikel teilen

Ähnliche Artikel

100 Buchungssätze mit Lösungen PDF

Trage deine E-Mail-Adresse ein und erhalte sofortigen Zugang zum PDF

Mit deiner Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.