Prozesskostenrechnung ABC: Definition, Beispiel & Nutzen

Autor:Lisa
Verstehe Prozesskostenrechnung (ABC) einfach erklärt: Definition, Implementierung & praktisches Beispiel für präzise Kostenkalkulation in deinem Unternehmen.
Prozesskostenrechnung ABC: Definition, Beispiel & Nutzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Prozesskostenrechnung (Activity-Based Costing) ist ein modernes Kostenrechnungssystem, das Kosten verursachungsgerecht Prozessen zuordnet und so bessere Kostentransparenz als traditionelle Methoden bietet.
  • Die Implementierung erfolgt durch Prozessidentifikation, Kostenzuordnung, Bestimmung von Kostentreibern und Berechnung von Prozesskostensätzen, was präzise Kalkulationen ermöglicht, aber auch erheblichen Aufwand erfordert.
  • ABC eignet sich besonders für Unternehmen mit hohem Gemeinkostenanteil, heterogenem Produktprogramm oder komplexen Prozessen und bietet strategische Vorteile bei Entscheidungen zu Produktmix, Preisgestaltung und Prozessoptimierung.

Prozesskostenrechnung (ABC): Ein modernes Instrument der Kostenrechnung für strategische Entscheidungen

Die Welt der Betriebswirtschaft befindet sich in einem stetigen Wandel. Mit der zunehmenden Globalisierung und dem technologischen Fortschritt steigen auch die Anforderungen an Unternehmen, ihre Kosten präzise zu analysieren und zu steuern. In diesem Kontext hat sich die Prozesskostenrechnung, international bekannt als Activity-Based Costing (ABC), als wertvolles Instrument etabliert. Diese Methode ermöglicht es Unternehmen, Kosten verursachungsgerecht den einzelnen Prozessen zuzuordnen und somit eine detailliertere Kostentransparenz zu schaffen als traditionelle Kostenrechnungssysteme.

Während die klassische Kostenrechnung oft an ihre Grenzen stößt, wenn es um die Zuordnung von Gemeinkosten geht, bietet die Prozesskostenrechnung einen prozessorientierten Ansatz, der besonders in Zeiten steigender Gemeinkosten und komplexer Produktionsabläufe an Bedeutung gewinnt. Doch wie funktioniert dieses Kostenrechnungssystem im Detail? Welche Vorteile bietet die Prozesskostenrechnung gegenüber herkömmlichen Methoden und wo liegen ihre Grenzen? Wie kannst du die Prozesskostenrechnung in deinem Unternehmen oder für deine akademischen Studien effektiv implementieren?

Was verbirgt sich hinter dem Konzept der Prozesskostenrechnung?

Die Prozesskostenrechnung oder Activity-Based Costing ist ein Kostenrechnungssystem, das in den 1980er Jahren von Robert S. Kaplan und Robin Cooper an der Harvard Business School entwickelt wurde. Im Gegensatz zur traditionellen Kostenrechnung, die Gemeinkosten oft pauschal über Zuschlagssätze verteilt, zielt die Prozesskostenrechnung darauf ab, Kosten entsprechend ihrer tatsächlichen Verursachung zuzuordnen.

Das Grundprinzip besteht darin, dass nicht Produkte oder Dienstleistungen direkt Kosten verursachen, sondern die Aktivitäten und Prozesse, die zu ihrer Erstellung notwendig sind. Diese Prozesse werden identifiziert, analysiert und mit entsprechenden Kostentreibern (Cost Drivers) verknüpft.

"Die Prozesskostenrechnung basiert auf der Erkenntnis, dass Tätigkeiten Ressourcen verbrauchen und Produkte diese Tätigkeiten in Anspruch nehmen." - Robert S. Kaplan

Das ABC-System unterscheidet typischerweise zwischen:

  • Leistungsmengeninduzierten (lmi) Prozessen: Diese variieren direkt mit der Ausbringungsmenge (z.B. Produktionsprozesse).
  • Leistungsmengenneutralen (lmn) Prozessen: Diese sind unabhängig von der Ausbringungsmenge (z.B. Verwaltungsprozesse).

Diese Unterscheidung hilft dabei, ein tieferes Verständnis für die Kostenstruktur eines Unternehmens zu entwickeln und Ineffizienzen aufzudecken.

Wie unterscheidet sich die Prozesskostenrechnung von traditionellen Methoden?

Die traditionelle Kostenrechnung, insbesondere die Zuschlagskalkulation, verteilt Gemeinkosten oft über vereinfachte Schlüssel wie Fertigungslöhne oder Materialkosten. Dies kann zu Verzerrungen führen, besonders wenn Produkte unterschiedliche Ansprüche an die Gemeinkosten stellen.

Die Prozesskostenrechnung hingegen bietet folgende Unterschiede:

  1. Prozessorientierung: Statt Kostenstellen stehen Prozesse im Mittelpunkt.
  2. Verursachungsgerechtigkeit: Kosten werden entsprechend ihrer tatsächlichen Entstehung zugeordnet.
  3. Transparenz: Detaillierte Einblicke in die Kostenstruktur werden ermöglicht.
  4. Strategische Ausrichtung: Besser fundierte Entscheidungen über Produktmix, Pricing und Outsourcing werden unterstützt.

Um diese Unterschiede zu verdeutlichen, betrachten wir eine Gegenüberstellung:

MerkmalTraditionelle KostenrechnungProzesskostenrechnung (ABC)
FokusKostenstellen und -trägerProzesse und Aktivitäten
GemeinkostenverteilungPauschale ZuschlägeVerursachungsgerechte Zuordnung
DetaillierungsgradGering bis mittelHoch
ImplementierungsaufwandGering bis mittelHoch
Eignung für DienstleistungenEingeschränktSehr gut
Strategischer NutzenBegrenztUmfassend

Diese fundamentalen Unterschiede machen die Prozesskostenrechnung besonders wertvoll für Unternehmen mit hohem Gemeinkostenanteil oder komplexen Produktionsstrukturen.

Welche Schritte sind für die Implementierung eines ABC-Systems notwendig?

Die Einführung der Prozesskostenrechnung erfolgt typischerweise in mehreren Phasen:

1. Prozessidentifikation und -analyse

Zunächst müssen alle relevanten Geschäftsprozesse identifiziert und detailliert beschrieben werden. Hierbei ist es wichtig, sowohl Hauptprozesse als auch Unterstützungsprozesse zu erfassen.

2. Kostenzuordnung zu Prozessen

In diesem Schritt werden die Ressourcenkosten (Personal, Material, Betriebsmittel) den identifizierten Prozessen zugeordnet. Dies erfordert oft detaillierte Analysen und Interviews mit Mitarbeitern.

3. Bestimmung der Kostentreiber

Für jeden Prozess müssen geeignete Kostentreiber (Cost Drivers) definiert werden, die den Ressourcenverbrauch am besten abbilden. Beispiele hierfür sind:

  • Anzahl der Bestellungen
  • Rüstvorgänge
  • Kundenanfragen
  • Produktionsstunden

4. Berechnung der Prozesskostensätze

Für jeden Prozess wird ein Prozesskostensatz ermittelt, indem die Gesamtkosten des Prozesses durch die Menge des Kostentreibers dividiert werden:

Prozesskostensatz = Prozesskosten / Menge des Kostentreibers

5. Kalkulation der Produkt- oder Dienstleistungskosten

Schließlich werden die Prozesskostensätze mit der vom Produkt oder der Dienstleistung in Anspruch genommenen Menge des jeweiligen Kostentreibers multipliziert und summiert.

Dieser strukturierte Ansatz ermöglicht eine präzise Kostenzuordnung, erfordert jedoch auch einen erheblichen Implementierungsaufwand.

Anhand welcher Beispiele lässt sich die Prozesskostenrechnung veranschaulichen?

Um das Konzept der Prozesskostenrechnung greifbarer zu machen, betrachten wir ein praxisnahes Beispiel:

Beispiel: Ein mittelständischer Möbelhersteller

Die Möbelfabrik "HolzDesign GmbH" produziert zwei Produktlinien: Standardmöbel und maßgefertigte Designermöbel. Die traditionelle Kostenrechnung hatte bisher die Gemeinkosten basierend auf den direkten Arbeitsstunden verteilt. Dies führte dazu, dass die Standardmöbel scheinbar profitable waren, während die Designermöbel als wenig profitabel galten.

Nach Einführung der Prozesskostenrechnung identifizierte das Unternehmen folgende Hauptprozesse:

  • Materialbestellung und -verwaltung
  • Maschinelles Zuschneiden
  • Manuelle Bearbeitung
  • Montage
  • Qualitätskontrolle
  • Kundenbetreuung und Auftragsabwicklung

Die Analyse zeigte, dass die Designermöbel zwar mehr direkte Arbeitsstunden erforderten, aber die Standardmöbel deutlich mehr Ressourcen in den Bereichen Materialbeschaffung, Lagerung und Kundenbetreuung beanspruchten.

Hier eine vereinfachte Darstellung der Ergebnisse:

ProzessKostentreiberProzesskostensatzStandardmöbel (Inanspruchnahme)Designermöbel (Inanspruchnahme)
MaterialbestellungAnzahl Bestellungen150 € pro Bestellung20 Bestellungen5 Bestellungen
Maschineller ZuschnittMaschinenminuten2 € pro Minute800 Minuten400 Minuten
Manuelle BearbeitungArbeitsstunden45 € pro Stunde50 Stunden120 Stunden
MontageMontagevorgänge80 € pro Vorgang30 Vorgänge20 Vorgänge
QualitätskontrollePrüfvorgänge40 € pro Prüfung10 Prüfungen15 Prüfungen
KundenbetreuungKundenaufträge200 € pro Auftrag80 Aufträge20 Aufträge

Nach der Prozesskostenrechnung ergab sich, dass die Designermöbel tatsächlich profitabler waren als ursprünglich angenommen, da sie weniger komplexe Bestellprozesse und Kundenbetreuung erforderten.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie die Prozesskostenrechnung zu einer präziseren Kostenverteilung führt und strategische Fehlentscheidungen vermeiden kann.

Welche Vorteile bietet die Anwendung des Activity-Based Costing?

Die Implementierung der Prozesskostenrechnung bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  1. Höhere Kostentransparenz: Du erhältst detaillierte Einblicke in die tatsächlichen Kostenstrukturen deines Unternehmens.

  2. Verursachungsgerechtere Kostenverteilung: Die Gemeinkosten werden entsprechend ihrer tatsächlichen Entstehung zugeordnet, was zu präziseren Produktkalkulationen führt.

  3. Identifikation von Optimierungspotentialen: Ineffiziente Prozesse werden sichtbar und können gezielt verbessert werden.

  4. Bessere Entscheidungsgrundlage: Fundierte Entscheidungen über Produktmix, Preisgestaltung, Make-or-Buy und Outsourcing werden ermöglicht.

  5. Prozessorientierung: Die Prozesskostenrechnung fördert prozessorientiertes Denken im gesamten Unternehmen.

  6. Unterstützung des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP): Durch regelmäßige Analyse der Prozesskosten können Verbesserungen systematisch umgesetzt werden.

Diese Vorteile machen die Prozesskostenrechnung zu einem wertvollen Instrument für das moderne Kostenmanagement, insbesondere in Zeiten steigender Gemeinkostenanteile und zunehmender Prozessautomatisierung.

Mit welchen Herausforderungen ist bei der Einführung des ABC-Systems zu rechnen?

Trotz der zahlreichen Vorteile ist die Implementierung der Prozesskostenrechnung mit einigen Herausforderungen verbunden:

  1. Hoher Implementierungsaufwand: Die Einführung erfordert umfangreiche Analysen und bindet signifikante Ressourcen.

  2. Komplexität: Das System kann sehr komplex werden, besonders in Unternehmen mit vielfältigen Prozessen.

  3. Akzeptanzprobleme: Mitarbeiter könnten der detaillierten Prozessanalyse skeptisch gegenüberstehen, da sie eine verstärkte Kontrolle befürchten.

  4. Datenbeschaffungsprobleme: Die notwendigen Daten für eine präzise Prozesskostenrechnung sind oft nicht ohne Weiteres verfügbar.

  5. Pflegeaufwand: Die kontinuierliche Aktualisierung des Systems erfordert regelmäßigen Aufwand.

  6. Kosten-Nutzen-Verhältnis: Der Nutzen muss den Implementierungs- und Pflegeaufwand rechtfertigen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen bei der Implementierung sowie der Einsatz moderner Software-Lösungen, die die Datenbeschaffung und -analyse erleichtern.

Wann lohnt sich der Einsatz der Prozesskostenrechnung besonders?

Die Prozesskostenrechnung ist nicht für jedes Unternehmen gleichermaßen geeignet. Besonders lohnend ist sie unter folgenden Bedingungen:

  1. Hoher Gemeinkostenanteil: Wenn der Anteil der Gemeinkosten an den Gesamtkosten hoch ist (>50%), bietet die Prozesskostenrechnung besonders große Vorteile.

  2. Heterogenes Produktprogramm: Bei stark unterschiedlichen Produkten oder Dienstleistungen, die die Unternehmensressourcen unterschiedlich beanspruchen.

  3. Komplexe Geschäftsprozesse: Je komplexer die Prozesslandschaft, desto wertvoller ist die detaillierte Betrachtung der Prozesskostenrechnung.

  4. Dienstleistungsunternehmen: Besonders im Dienstleistungssektor, wo traditionelle Kostenrechnungssysteme oft an ihre Grenzen stoßen.

  5. Strategische Neuausrichtung: Wenn wichtige strategische Entscheidungen wie Produkteliminierung, Outsourcing oder Preisanpassungen anstehen.

Eine gründliche Analyse der eigenen Unternehmensstruktur und -ziele sollte der Entscheidung für oder gegen die Implementierung einer Prozesskostenrechnung vorausgehen.

Wie lässt sich die Prozesskostenrechnung mit anderen Managementtools kombinieren?

Die Prozesskostenrechnung entfaltet ihr volles Potential oft erst in Kombination mit anderen Managementtools:

Integration mit Balanced Scorecard

Die Prozesskostenrechnung liefert wertvolle Kennzahlen für die Prozessperspektive der Balanced Scorecard, wodurch eine ganzheitliche Steuerung des Unternehmens unterstützt wird.

Verknüpfung mit Prozessmanagement

Die für die Prozesskostenrechnung notwendige Prozessanalyse kann gleichzeitig für die Optimierung von Geschäftsprozessen genutzt werden. Tools wie Business Process Model and Notation (BPMN) bieten hier standardisierte Methoden.

Kombination mit Target Costing

Die Prozesskostenrechnung kann dem Target Costing wertvolle Informationen liefern, indem sie aufzeigt, welche Prozesse besonders kostenintensiv sind und wo Optimierungspotentiale bestehen.

Einsatz in der Prozesskostenoptimierung

Basierend auf den Erkenntnissen der Prozesskostenrechnung können gezielte Maßnahmen zur Prozessoptimierung eingeleitet werden, etwa durch Lean Management oder Six Sigma.

Diese Kombinationsmöglichkeiten zeigen, dass die Prozesskostenrechnung weit mehr als ein reines Kostenrechnungsinstrument ist – sie kann als integrativer Bestandteil eines umfassenden Managementsystems fungieren.

Welche modernen Entwicklungen gibt es im Bereich der Prozesskostenrechnung?

Die Prozesskostenrechnung hat sich seit ihrer Einführung in den 1980er Jahren kontinuierlich weiterentwickelt:

Digitalisierung und Automatisierung

Moderne ERP-Systeme und spezialisierte Software-Lösungen ermöglichen eine weitgehend automatisierte Datenerfassung und -analyse, was den Implementierungs- und Pflegeaufwand erheblich reduziert.

Time-Driven Activity-Based Costing (TDABC)

Diese Weiterentwicklung des klassischen ABC, entwickelt von Robert S. Kaplan und Steven R. Anderson, vereinfacht die Implementierung durch Fokussierung auf Zeitgleichungen anstelle komplexer Aktivitätsanalysen. Mehr Informationen findest du in der Harvard Business Review.

Integration mit Big Data und KI

Die Kombination von Prozesskostenrechnung mit Big-Data-Analysen und künstlicher Intelligenz ermöglicht prädiktive Kostenanalysen und automatisierte Optimierungsvorschläge.

Prozesskosten in der Supply Chain

Die Anwendung der Prozesskostenrechnung über Unternehmensgrenzen hinweg, um Kosten in der gesamten Lieferkette zu optimieren, gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Diese Entwicklungen machen die Prozesskostenrechnung zu einem dynamischen Feld, das von den Fortschritten in Technologie und Managementpraxis profitiert.

Wie kannst du dein Wissen über Prozesskostenrechnung vertiefen?

Um dein Verständnis der Prozesskostenrechnung zu vertiefen, stehen dir verschiedene Ressourcen zur Verfügung:

  1. Fachliteratur: Standardwerke wie "Prozesskostenrechnung" von Peter Horváth oder "Activity-Based Costing" von Robert S. Kaplan bieten fundiertes Wissen.

  2. Fachzeitschriften: Publikationen wie "Controlling" oder "Kostenrechnungspraxis" behandeln regelmäßig aktuelle Entwicklungen.

  3. Online-Kurse: Plattformen wie Coursera oder edX bieten spezialisierte Kurse zur Prozesskostenrechnung an.

  4. Lernkarten: Auf WIWI-Lernkarten findest du speziell für Wirtschaftswissenschaftsstudenten konzipierte Lernkarten, die dir helfen, die Konzepte der Prozesskostenrechnung effizient zu lernen und zu festigen.

  5. Praxisprojekte: Die Mitarbeit an der Implementierung einer Prozesskostenrechnung in einem Unternehmen bietet wertvolle praktische Erfahrungen.

Die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Anwendung ist der Schlüssel zum tiefgreifenden Verständnis dieses komplexen Themas.

Die strategische Bedeutung der Prozesskostenrechnung in der modernen Wirtschaft

Die Prozesskostenrechnung hat sich von einem reinen Kostenrechnungsinstrument zu einem strategischen Managementtool entwickelt. In einer Zeit, in der Unternehmen mit steigender Komplexität, Globalisierung und Digitalisierung konfrontiert sind, bietet die prozessorientierte Kostenrechnung wertvolle Einblicke in die tatsächlichen Kostenstrukturen und Wertschöpfungsketten.

Durch die verursachungsgerechte Zuordnung von Gemeinkosten ermöglicht die Prozesskostenrechnung fundierte Entscheidungen über Produktportfolios, Preisgestaltung und Prozessoptimierung. Sie fördert das prozessorientierte Denken im Unternehmen und unterstützt somit die kontinuierliche Verbesserung.

Trotz des erheblichen Implementierungsaufwands zeigt die Praxis, dass sich die Investition in ein ABC-System besonders für Unternehmen mit hohem Gemeinkostenanteil und komplexen Prozessstrukturen auszahlt. Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung verringern zudem den Pflegeaufwand und erhöhen die Aktualität der gewonnenen Daten.

Als angehender Wirtschaftswissenschaftler ist ein fundiertes Verständnis der Prozesskostenrechnung ein wertvoller Baustein deines Fachwissens. Die Fähigkeit, Kosten prozessorientiert zu analysieren und zu steuern, wird in einer zunehmend komplexen Wirtschaftswelt immer wichtiger.

Häufig gestellte Fragen zur Prozesskostenrechnung (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen leistungsmengeninduzierten und leistungsmengenneutralen Prozessen?

Leistungsmengeninduzierte (lmi) Prozesse variieren mit der Ausbringungsmenge. Beispiele sind Fertigungsprozesse oder Versandvorgänge. Leistungsmengenneutrale (lmn) Prozesse sind hingegen unabhängig von der Ausbringungsmenge und umfassen etwa Planungs- oder Verwaltungstätigkeiten.

Für welche Unternehmenstypen ist die Prozesskostenrechnung besonders geeignet?

Die Prozesskostenrechnung eignet sich besonders für Unternehmen mit hohem Gemeinkostenanteil, komplexen Prozessstrukturen und heterogenem Produktprogramm. Besonders Dienstleistungsunternehmen profitieren oft von dieser Methode.

Wie hoch ist der Implementierungsaufwand für ein ABC-System?

Der Implementierungsaufwand kann erheblich sein und hängt von der Unternehmensgröße, der Komplexität der Prozesse und der verfügbaren Datenbasis ab. Moderne Software-Lösungen können den Aufwand reduzieren. Typischerweise dauert die Einführung zwischen einigen Monaten und einem Jahr.

Kann die Prozesskostenrechnung auch in kleinen Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden?

Ja, auch kleine Unternehmen können von der Prozesskostenrechnung profitieren, besonders wenn sie komplexe Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Allerdings sollte hier ein vereinfachter Ansatz gewählt werden, um den Implementierungsaufwand in einem angemessenen Rahmen zu halten.

Wie oft sollten die Prozesskosten und Kostentreiber aktualisiert werden?

Eine jährliche Überprüfung und Aktualisierung ist in den meisten Fällen ausreichend. Bei signifikanten Änderungen in der Prozesslandschaft oder bei der Einführung neuer Produkte sollte jedoch eine sofortige Anpassung erfolgen.

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