Was ist Kostenrechnung?
Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) dient der internen Planung, Kontrolle und Dokumentation des betrieblichen Leistungsprozesses. Ihr Hauptziel ist es, herauszufinden, welche Kosten in welcher Höhe für welche Leistungen angefallen sind (Betriebsergebnisrechnung).
Wichtige Grundbegriffe
Kostenarten
Beantwortet die Frage: Welche Kosten sind entstanden? (z.B. Materialkosten, Personalkosten, kalkulatorische Abschreibungen).
Kostenstellen
Beantwortet die Frage: Wo sind die Kosten entstanden? (z.B. Fertigung, Verwaltung, Vertrieb).
Kostenträger
Beantwortet die Frage: Wofür sind die Kosten entstanden? Meist die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens.
Fixe vs. Variable Kosten
Fix: Unabhängig von der Menge (Miete).
Variabel: Ändern sich mit der Produktionsmenge (Rohstoffe).
Einzel- vs. Gemeinkosten
Einzel: Direkt zuordenbar (Material).
Gemein: Nur indirekt über Schlüssel zuordenbar (Strom, Miete).
Wichtige Formeln
Praxisbeispiel: Deckungsbeitrag
Ausgangslage:
- Verkaufspreis (p): 50 €
- Variable Kosten pro Stück (k_var): 30 €
- Fixkosten (K_fix): 5.000 €
- Verkaufte Menge (x): 300 Stück
Rechnung:
DB pro Stück = 50 € − 30 € = 20 €
Gesamt-DB = 300 × 20 € = 6.000 €
Ergebnis:
Gewinn = 6.000 € − 5.000 € = 1.000 €
Prüfungstipps
Kosten vs. Aufwand: Verwechsle nicht externes und internes Rechnungswesen. Kosten sind nur der betriebsbedingte Werteverzehr.
BAB (Betriebsabrechnungsbogen): Achte auf die korrekten Verteilungsschlüssel bei den Gemeinkosten. Ein Flüchtigkeitsfehler hier ruiniert die ganze Kalkulation.
Stammkosten: Fixkosten pro Stück sinken bei steigender Menge (Fixkostendegression). Das ist ein beliebter Theorie-Frage-Klassiker.
Zentrales Takeaway
"Die Kostenrechnung liefert die Daten für die Preiskalkulation und die Erfolgsprüfung. Wenn der Deckungsbeitrag negativ ist, verliert das Unternehmen mit jedem verkauften Stück Geld – ein absolutes Alarmsignal!"
