Top 20 Rechnungswesen-Basics, die Du verstehen musst

Lerne die Rechnungswesen Grundlagen mit 20 essentiellen Basics. Du erhältst praxisnahe Erklärungen und Beispiele für deinen Studienerfolg.

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Das Wichtigste in Kürze

• Das Rechnungswesen gliedert sich in externes Rechnungswesen (für Stakeholder, gesetzlich geregelt) und internes Rechnungswesen (für interne Steuerung, mehr Gestaltungsfreiheit).

• Die Bilanz zeigt die Gleichung Aktiva = Passiva, wobei Aktivkonten Mehrungen im Soll und Passivkonten Mehrungen im Haben verbuchen.

• Die Kosten- und Leistungsrechnung unterscheidet zwischen fixen und variablen Kosten und ermittelt über den Deckungsbeitrag den Break-Even-Point zur Bestimmung der Gewinnschwelle.

Das Rechnungswesen ist das Herzstück der Betriebswirtschaftslehre – und gleichzeitig einer der Bereiche, die viele Studierende am Anfang als Hürde empfinden. Aber keine Sorge: Wenn Du die grundlegenden Konzepte einmal verstanden hast, fügt sich alles wie ein Puzzle zusammen. In diesem Artikel gehen wir gemeinsam die 20 wichtigsten Basics durch, die Du für Klausuren, Übungen und dein weiteres Studium brauchst.

1. Das Rechnungswesen im Überblick

Das Rechnungswesen gliedert sich in zwei große Bereiche:

  • Externes Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung, Bilanzierung): Richtet sich an externe Stakeholder wie Finanzamt, Banken oder Investoren.
  • Internes Rechnungswesen (Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling): Dient der internen Steuerung und Entscheidungsfindung.

Merke Dir: Das externe Rechnungswesen ist gesetzlich geregelt (HGB, IFRS), das interne nicht. Das bedeutet: Bei der KLR hast Du mehr Gestaltungsfreiheit.

2. Bilanz: Aufbau und Funktion

Die Bilanz ist eine Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiva) und Kapital (Passiva) zu einem Stichtag.

Aktivseite (Mittelverwendung)Passivseite (Mittelherkunft)
AnlagevermögenEigenkapital
UmlaufvermögenFremdkapital

Grundregel: Aktiva = Passiva (die Bilanz ist immer ausgeglichen).

Stell Dir vor: Links steht, wofür das Unternehmen Geld ausgegeben hat (Maschinen, Vorräte), rechts steht, woher das Geld kam (Eigenkapital der Gesellschafter, Kredite).

3. Aktiva: Anlagevermögen vs. Umlaufvermögen

  • Anlagevermögen: Gegenstände, die dauerhaft im Unternehmen bleiben (z. B. Gebäude, Maschinen).
  • Umlaufvermögen: Gegenstände, die kurzfristig umgeschlagen werden (z. B. Vorräte, Forderungen, Kasse).

Klausurtipp: In der Klausur wird gerne gefragt, ob ein Gut dem Anlage- oder Umlaufvermögen zuzuordnen ist. Frage Dich: Bleibt es dauerhaft im Betrieb oder wird es verkauft/verbraucht?

4. Passiva: Eigenkapital vs. Fremdkapital

  • Eigenkapital: Von den Eigentümern eingebrachtes Kapital (haftet unbegrenzt).
  • Fremdkapital: Von Dritten zur Verfügung gestelltes Kapital (Kredite, Verbindlichkeiten).

Wichtig: Eigenkapital = Vermögen - Schulden. Es ist der „Puffer" des Unternehmens.

5. GuV: Aufbau und Zweck

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zeigt, wie der Erfolg eines Unternehmens zustande gekommen ist.

Grundstruktur (Gesamtkostenverfahren):

  1. Umsatzerlöse
  2. +/- Bestandsveränderungen
    • Materialaufwand
    • Personalaufwand
    • Abschreibungen
  3. = Betriebsergebnis
  4. +/- Finanzergebnis
  5. = Ergebnis vor Steuern
    • Steuern
  6. = Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Merke: Die GuV erklärt, wie sich das Eigenkapital verändert hat.

6. Kontenrahmen und Kontenplan

Ein Kontenrahmen (z. B. SKR03, SKR04) ist ein Ordnungsschema für Konten. Ein Kontenplan ist die unternehmensspezifische Anpassung.

SKR03 (Prozessgliederung):

  • Klasse 0: Anlagevermögen
  • Klasse 1: Umlaufvermögen
  • Klasse 2: Eigenkapital
  • Klasse 3: Fremdkapital
  • Klasse 4: Betriebliche Erträge
  • Klasse 5-7: Betriebliche Aufwendungen

Tipp: Lerne die Kontenklassen auswendig – das spart Zeit in Klausuren!

7. Buchungssatz: Die Grundregel

Keine Buchung ohne Beleg, keine Buchung ohne Gegenbuchung.

Ein Buchungssatz hat immer die Form:

Soll an Haben

Beispiel: Kauf einer Maschine auf Ziel für 10.000 €:

Maschinen (Soll) 10.000 € an Verbindlichkeiten (Haben) 10.000 €

Eselsbrücke: „Soll" steht links, „Haben" rechts – wie in der Bilanz.

8. Aktivkonten: Mehrung im Soll

Bei Aktivkonten (z. B. Kasse, Bank, Maschinen) steht:

  • Mehrung im Soll (Zugang)
  • Minderung im Haben (Abgang)

Beispiel: Bareinzahlung 500 €:

Kasse (Soll) 500 € an Eigenkapital (Haben) 500 €

9. Passivkonten: Mehrung im Haben

Bei Passivkonten (z. B. Eigenkapital, Verbindlichkeiten) gilt:

  • Mehrung im Haben
  • Minderung im Soll

Beispiel: Tilgung eines Kredits 2.000 €:

Verbindlichkeiten (Soll) 2.000 € an Bank (Haben) 2.000 €

10. Erfolgskonten: Aufwand und Ertrag

Aufwandskonten (z. B. Mietaufwand, Löhne):

  • Mehrung im Soll
  • Mindern das Eigenkapital

Ertragskonten (z. B. Umsatzerlöse):

  • Mehrung im Haben
  • Erhöhen das Eigenkapital

In der Klausur: Aufwand im Soll, Ertrag im Haben – das ist die goldene Regel!

11. Abschreibungen: Wertminderung erfassen

Abschreibungen verteilen die Anschaffungskosten eines Anlageguts auf die Nutzungsdauer.

Lineare Abschreibung:

Abschreibungsbetrag = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer

Beispiel: Maschine 50.000 €, Nutzungsdauer 5 Jahre:

Jährliche Abschreibung = 50.000 € / 5 = 10.000 €

Buchung:

Abschreibungen (Soll) 10.000 € an Maschinen (Haben) 10.000 €

12. Umsatzsteuer: Vorsteuer und Umsatzsteuer

  • Vorsteuer: Bei Einkäufen gezahlte Steuer (Forderung gegenüber Finanzamt)
  • Umsatzsteuer: Bei Verkäufen eingenommene Steuer (Verbindlichkeit gegenüber Finanzamt)

Buchung Einkauf: Wareneinkauf 1.000 € + 190 € Vorsteuer:

Wareneinkauf (Soll) 1.000 € Vorsteuer (Soll) 190 € an Bank (Haben) 1.190 €

Buchung Verkauf: Warenverkauf 2.000 € + 380 € USt:

Bank (Soll) 2.380 € an Umsatzerlöse (Haben) 2.000 € an Umsatzsteuer (Haben) 380 €

13. Kosten- und Leistungsrechnung: Grundbegriffe

Die KLR gliedert sich in:

  1. Kostenartenrechnung: Welche Kosten sind angefallen?
  2. Kostenstellenrechnung: Wo sind die Kosten entstanden?
  3. Kostenträgerrechnung: Wofür sind die Kosten entstanden?

Merke: Kosten ≠ Aufwand! Kosten sind betrieblich veranlasst, Aufwand ist der GuV-Begriff.

14. Fixe vs. variable Kosten

  • Fixkosten: Unabhängig von der Produktionsmenge (z. B. Miete)
  • Variable Kosten: Abhängig von der Produktionsmenge (z. B. Material)

Gesamtkosten = Fixkosten + variable Kosten

15. Break-Even-Point

Der Break-Even-Point ist die Menge, bei der Erlöse = Kosten.

Formel:

Break-Even-Menge = Fixkosten / (Preis - variable Stückkosten)

Beispiel: Fixkosten 10.000 €, Preis 50 €, variable Stückkosten 30 €:

Break-Even-Menge = 10.000 / (50 - 30) = 500 Stück

16. Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen Erlös und variablen Kosten.

DB = Erlös - variable Kosten

Er zeigt, wie viel zur Deckung der Fixkosten beiträgt.

17. Zuschlagskalkulation

Die Zuschlagskalkulation verteilt Gemeinkosten auf Kostenträger.

Schema:

  1. Materialeinzelkosten
    • Materialgemeinkosten (%)
  2. = Materialkosten
    • Fertigungseinzelkosten
    • Fertigungsgemeinkosten (%)
  3. = Herstellkosten
    • Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten
  4. = Selbstkosten

18. BAB (Betriebsabrechnungsbogen)

Der BAB verteilt Gemeinkosten auf Kostenstellen und ermittelt Zuschlagssätze.

Aufbau:

KostenartMaterialFertigungVerwaltungVertrieb
Hilfslöhne5.0008.0002.0001.000
...............

19. Liquidität vs. Rentabilität

  • Liquidität: Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen
  • Rentabilität: Verhältnis von Gewinn zu eingesetztem Kapital

Typischer Fehler: Ein Unternehmen kann rentabel sein, aber illiquide – und umgekehrt!

20. Inventur und Inventar

  • Inventur: Mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme
  • Inventar: Verzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden

Die Inventur ist Basis für die Bilanz.

Fazit

Diese 20 Basics sind das Fundament für Dein gesamtes Rechnungswesen-Studium. Wenn Du diese Konzepte verinnerlicht hast, wirst Du in Klausuren deutlich sicherer sein. Übe die Buchungssätze regelmäßig, rechne die KLR-Beispiele durch und arbeite mit realen Übungsaufgaben. Denn: Rechnungswesen lernt man durch Anwendung, nicht durch reines Auswendiglernen.

Viel Erfolg!

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