Deckungsbeitrag: Übung mit Lösungen
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Das Wichtigste in Kürze
- Der Deckungsbeitrag (Erlöse minus variable Kosten) zeigt, wie viel jedes Produkt zur Deckung der Fixkosten und später zum Gewinn beiträgt.
- Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (DB I, II, III) und der relative Deckungsbeitrag ermöglichen detaillierte Analysen für Produktkalkulationen, Break-Even-Analysen und Sortimentsplanungen.
- Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein entscheidendes Instrument für strategische Unternehmensentscheidungen wie Produktmix-Optimierung, Preisuntergrenzen-Bestimmung und Make-or-Buy-Entscheidungen.
Du stehst vor einer wichtigen Klausur im internen Rechnungswesen und der Deckungsbeitrag bereitet dir Kopfzerbrechen? Keine Sorge! Mit den richtigen Übungen und verständlichen Erklärungen wirst du dieses zentrale Konzept der Kostenrechnung schnell meistern. Der Deckungsbeitrag ist ein unverzichtbares Instrument für betriebswirtschaftliche Entscheidungen und begegnet dir in fast jeder Prüfung.
Was ist der Deckungsbeitrag?
Der Deckungsbeitrag zeigt dir, wie viel ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Deckung der Fixkosten und zur Gewinnerzielung beiträgt. Er ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und den variablen Kosten pro Einheit.
Grundformel des Deckungsbeitrags
Deckungsbeitrag = Verkaufspreis - variable Kosten pro Einheit
Arten des Deckungsbeitrags
- Stückdeckungsbeitrag: Deckungsbeitrag pro verkaufter Einheit
- Gesamtdeckungsbeitrag: Stückdeckungsbeitrag × verkaufte Menge
- Deckungsbeitragssatz: (Deckungsbeitrag ÷ Verkaufspreis) × 100
Praktische Beispiele mit Berechnungen
Beispiel 1: Einfache Deckungsbeitragsrechnung
Die Möbelfabrik Schmidt produziert Schreibtische. Die Daten lauten:
- Verkaufspreis pro Schreibtisch: 450 €
- Variable Kosten pro Schreibtisch: 280 €
- Verkaufte Menge: 200 Stück
Berechnung:
- Stückdeckungsbeitrag = 450 € - 280 € = 170 €
- Gesamtdeckungsbeitrag = 170 € × 200 = 34.000 €
- Deckungsbeitragssatz = (170 € ÷ 450 €) × 100 = 37,78%
Beispiel 2: Produktvergleich
Ein Elektronikhandel verkauft zwei Produkte:
| Produkt | Verkaufspreis | Variable Kosten | Absatzmenge |
|---|---|---|---|
| Laptop A | 800 € | 520 € | 150 Stück |
| Tablet B | 400 € | 220 € | 300 Stück |
Berechnung:
- Laptop A: DB = 800 € - 520 € = 280 €; Gesamt-DB = 280 € × 150 = 42.000 €
- Tablet B: DB = 400 € - 220 € = 180 €; Gesamt-DB = 180 € × 300 = 54.000 €
Fazit: Obwohl Laptop A einen höheren Stückdeckungsbeitrag hat, generiert Tablet B aufgrund der höheren Absatzmenge einen größeren Gesamtdeckungsbeitrag.
Beispiel 3: Break-Even-Analyse
Ein Café hat folgende Kosten:
- Fixkosten pro Monat: 8.000 €
- Verkaufspreis pro Kaffee: 3,50 €
- Variable Kosten pro Kaffee: 1,20 €
Break-Even-Menge berechnen:
- Stückdeckungsbeitrag = 3,50 € - 1,20 € = 2,30 €
- Break-Even-Menge = 8.000 € ÷ 2,30 € = 3.478 Kaffees
Das Café muss mindestens 3.478 Kaffees pro Monat verkaufen, um die Kosten zu decken.
Übungsaufgaben mit Lösungen
Übung 1: Grundberechnung (Leicht)
Aufgabe: Die Bäckerei Müller verkauft Brezeln für 1,80 € pro Stück. Die variablen Kosten betragen 0,95 € je Brezel. Im letzten Monat wurden 2.400 Brezeln verkauft.
Schwierigkeitsgrad: Leicht
Tipp: Berechne zuerst den Stückdeckungsbeitrag, dann den Gesamtdeckungsbeitrag.
Lösung:
- Stückdeckungsbeitrag = 1,80 € - 0,95 € = 0,85 €
- Gesamtdeckungsbeitrag = 0,85 € × 2.400 = 2.040 €
- Deckungsbeitragssatz = (0,85 € ÷ 1,80 €) × 100 = 47,22%
Übung 2: Produktmix-Entscheidung (Mittel)
Aufgabe: Ein Sportgeschäft verkauft drei Produkte. Welches Produkt sollte verstärkt beworben werden?
| Produkt | Preis | Variable Kosten | Monatlicher Absatz |
|---|---|---|---|
| Laufschuh | 120 € | 65 € | 80 Stück |
| Trainingsanzug | 85 € | 45 € | 120 Stück |
| Sporttasche | 45 € | 18 € | 200 Stück |
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Tipp: Berechne sowohl den Stück- als auch den Gesamtdeckungsbeitrag für eine fundierte Entscheidung.
Lösung:
-
Laufschuh:
- Stückdeckungsbeitrag: 120 € - 65 € = 55 €
- Gesamtdeckungsbeitrag: 55 € × 80 = 4.400 €
-
Trainingsanzug:
- Stückdeckungsbeitrag: 85 € - 45 € = 40 €
- Gesamtdeckungsbeitrag: 40 € × 120 = 4.800 €
-
Sporttasche:
- Stückdeckungsbeitrag: 45 € - 18 € = 27 €
- Gesamtdeckungsbeitrag: 27 € × 200 = 5.400 €
Empfehlung: Die Sporttasche sollte verstärkt beworben werden, da sie den höchsten Gesamtdeckungsbeitrag erzielt.
Übung 3: Break-Even und Gewinnplanung (Mittel)
Aufgabe: Ein Softwareunternehmen entwickelt eine App. Die Fixkosten betragen 45.000 € pro Jahr. Der Verkaufspreis liegt bei 12 € pro Download, die variablen Kosten bei 3 € je Download.
a) Bei welcher Absatzmenge wird die Gewinnschwelle erreicht? b) Wie hoch ist der Gewinn bei 8.000 Downloads?
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Tipp: Nutze die Break-Even-Formel: Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag
Lösung:
a) Break-Even-Berechnung:
- Stückdeckungsbeitrag = 12 € - 3 € = 9 €
- Break-Even-Menge = 45.000 € ÷ 9 € = 5.000 Downloads
b) Gewinnberechnung bei 8.000 Downloads:
- Gesamtdeckungsbeitrag = 9 € × 8.000 = 72.000 €
- Gewinn = 72.000 € - 45.000 € = 27.000 €
Übung 4: Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (Schwer)
Aufgabe: Ein Autohaus hat zwei Abteilungen mit folgenden Daten:
Abteilung Neuwagen:
- Umsatz: 850.000 €
- Variable Kosten: 620.000 €
- Bereichsfixkosten: 95.000 €
Abteilung Gebrauchtwagen:
- Umsatz: 420.000 €
- Variable Kosten: 290.000 €
- Bereichsfixkosten: 65.000 €
Unternehmensfixkosten: 180.000 €
Erstelle eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung.
Schwierigkeitsgrad: Schwer
Tipp: Arbeite schrittweise: Erst Deckungsbeitrag I, dann nach Abzug der Bereichsfixkosten den Deckungsbeitrag II.
Lösung:
| Position | Neuwagen | Gebrauchtwagen | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 850.000 € | 420.000 € | 1.270.000 € |
| - Variable Kosten | 620.000 € | 290.000 € | 910.000 € |
| = Deckungsbeitrag I | 230.000 € | 130.000 € | 360.000 € |
| - Bereichsfixkosten | 95.000 € | 65.000 € | 160.000 € |
| = Deckungsbeitrag II | 135.000 € | 65.000 € | 200.000 € |
| - Unternehmensfixkosten | 180.000 € | ||
| = Betriebsergebnis | 20.000 € |
Übung 5: Optimierung bei Kapazitätsengpass (Schwer)
Aufgabe: Eine Maschinenfabrik kann aufgrund begrenzter Maschinenkapazität nur 1.000 Stunden pro Monat produzieren. Drei Produkte stehen zur Auswahl:
| Produkt | Verkaufspreis | Variable Kosten | Maschinenstunden/Stück |
|---|---|---|---|
| A | 180 € | 110 € | 2,5 h |
| B | 240 € | 160 € | 4,0 h |
| C | 320 € | 220 € | 5,5 h |
Welches Produkt sollte bevorzugt produziert werden?
Schwierigkeitsgrad: Schwer
Tipp: Berechne den Deckungsbeitrag pro Engpasseinheit (Maschinenstunde).
Lösung:
-
Stückdeckungsbeitrag berechnen:
- Produkt A: 180 € - 110 € = 70 €
- Produkt B: 240 € - 160 € = 80 €
- Produkt C: 320 € - 220 € = 100 €
-
Deckungsbeitrag pro Maschinenstunde:
- Produkt A: 70 € ÷ 2,5 h = 28 €/h
- Produkt B: 80 € ÷ 4,0 h = 20 €/h
- Produkt C: 100 € ÷ 5,5 h = 18,18 €/h
Empfehlung: Produkt A sollte bevorzugt produziert werden, da es den höchsten Deckungsbeitrag pro Maschinenstunde erzielt.
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